Bürger fragen – Dr. Jörg D. Valentin antwortet
Finanzierung des Hansefestes: Sondersitzung der Stadtvertretung
Anklam — Dr. Jörg D. Valentin beantwortet eine Bürgerfrage bezugnehmend auf ⭱ Drucksache 2026/FB2/472 mit ⭱ Anlage1, ⭱ Anlage2, ⭱ Anlage3, behandelt am 3. Juni 2026 in der Stadtvertretung von Anklam.
Das Hansefest gehört zu Anklam. Seit mehr als 20 Jahren ist es Teil des kulturellen Lebens. Das Hansefest stärkt das Gemeinschaftsgefühl, fördert die Identifikation mit der Stadt und setzt wichtige Impulse für Handel, Gastronomie und Tourismus. Deshalb ist es richtig, dass die Stadtvertretung über Durchführung des Hansefestes berät und entscheidet.
Wenn die Stadt in einer Phase der vorläufigen Haushaltsführung nun einen Auftrag über 100.000 Euro vergeben will, müssen Verwaltung und Politik besonders sorgfältig und transparent handeln. Die Anklamer dürfen erwarten, dass jede Entscheidung nachvollziehbar begründet wird, dass jeder eingesetzte Euro verantwortungsvoll verwendet wird. Deshalb lässt sich die Debatte nicht auf die Frage verkürzen, ob man für oder gegen das Hansefest ist. Vielmehr lauten die entscheidenden Fragen: Warum wurde die Stadtvertretung nicht früher über die personellen Probleme informiert? Welche Alternativen zur Fremdvergabe wurden geprüft? Warum wurde nur eine Agentur angefragt? Wie genau verteilt sich das finanzielle Risiko zwischen Stadt und Agentur? Und weshalb soll eine Lösung mit einem deutlich höheren Zuschussbedarf die wirtschaftlichste und einzige realisierbare Lösung sein?
Die Stadtvertretung hat bereits deutlich gemacht, dass sie das Hansefest grundsätzlich erhalten möchte. Diese politische Willensbildung ist ausdrücklich zu respektieren. Nun geht es aber um die konkrete Ausgestaltung und Finanzierung. Gerade deshalb braucht die Stadtvertretung eine vollständige und belastbare Entscheidungsgrundlage. Es versteht sich von selbst, dass die Verwaltung ihre Annahmen, Berechnungen und Bewertungen jetzt offenlegt und nachvollziehbar erläutert. Dazu gehört insbesondere, Wirtschaftlichkeit, rechtliche Zulässigkeit und geprüfte Alternativen transparent darzustellen. Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, warum die Stadt einen Weg wählt, der nach den vorliegenden Zahlen einen deutlich höheren Zuschussbedarf verursacht als eine theoretische Eigendurchführung. Wenn diese dringliche Lösung tatsächlich „alternativlos“ ist, muss die Verwaltung dies überzeugend darlegen können. ✻

