Bürger fragen – Dr. Jörg D. Valentin antwortet
Anklams Haushalt: Wie junge Menschen auf die Sprünge helfen können
Anklam — Dr. Jörg D. Valentin beantwortet eine Bürgerfrage bezugnehmend auf den Presseartikel, erschienen am 09. Juni 2025 in der regionalen Tageszeitung Nordkurier.
Der Bericht über junge Menschen, die durch laufende Smartphone-Verträge, Ratenkäufe und Dispokredite schleichend in die Überschuldung geraten, beschreibt in erstaunlicher Präzision auch die Lage der Stadt Anklam. Nicht die einmalige Ausgabe führt in die Krise, sondern die dauerhafte Finanzierung des laufenden Lebens auf Kredit.
Eine Stadt in der Schuldenspirale muss vor allem: Zahlungsfähigkeit und rechtmäßige Haushaltswirtschaft sichern; Pflichtaufgaben zuverlässig erfüllen; das strukturelle Defizit dauerhaft beseitigen; den weiteren Verfall kommunaler Infrastruktur verhindern; die Leistungsfähigkeit der Verwaltung erhalten; die wirtschaftliche und finanzielle Grundlage der Stadt langfristig stärken.
Die eigentliche Gefahr liegt nicht im einzelnen Kredit, sondern in der politischen Gewöhnung an strukturelle Defizite. Die Alternative zur kommunalen Schuldenspirale besteht weder im blinden Sparen noch im kreditfinanzierten Weiter-so. Erforderlich ist eine schrittweise Strategie. ✻
